Vielen ist sicherlich bereits bekannt, dass die Blätter der Kartoffel giftig sind. Dort, und in grünen Kartoffeln, findet man den Giftstoff Solanin. Am stärksten ist der Stoff in den Samen vorhanden. Grüne stellen entstehen an den Kartoffeln z.B. durch zu helle Lagerung im Supermarkt oder zuhause. Solanin ist sehr hitzstabil, sodass Kochen oder Braten nicht reicht, um den Giftstoff unschädlich zu machen. Zwei grüne Kartoffel können bei Kleinkindern bereits tödliche Vergiftungen auslösen. Die Haut und Magen-Darmreizungen, die meist 24h andauern, sind fast schon zu vernachlässigen, wenn man bedenkt, dass Solanin rote Blutkörperchen angreift und Lähmungen verursachen kann, die zum Atemstillstand führen können. Meistens kommt es nicht so weit, da das aufgenommene Gift vorher oft erbrochen wird. Schildkröten ist Erbrechen jedoch nicht möglich! Daher würden sie das Gift im Körper behalten und sehr wahrscheinlich daran sterben.

Immer wieder wird die Frage gestellt, ob Landschildkkröten gekochte, geschälte Kartoffel fressen dürfen. Schildkrötenarten, die in freier Natur Kartoffeln schälen und kochen, dürfen dies natürlich auch in Gefangenschaft tun ? Nein, im Ernst. Kartoffeln wachsen maximal in den Habitaten von afrikanischen Landschildkröten, wie z.B. den Sulcatas und Gekochtes entspricht natürlich generell nie der Natur. Gekochte Kartoffeln sind viel zu weich für die Darmflora und können diese damit stören. Der hohe Kohlenhydratanteil, der auch bei rohen Kartoffeln vorhanden ist, passt ebenfalls nicht in die Ernährung einer Schildkröte. Daher sollte man Kartoffeln nicht in den Speiseplan packen.

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Autor: Anika Suski
Foto: Annett Werner
Quelle: www.germanturtleclub.com

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Giftpflanzen: Kartoffelkraut (Solanum tuberosum)
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