Ich denke zwar, dass so gut wie jeder die Tollkirsche kennt, dennoch sollte sie hier nicht fehlen, da sie zu den sehr stark giftigen Pflanzen zählt.

Die Tollkirsche enthält viele verschiedene giftige Alkaloide. Der Giftstoff Hyoscyamin (Atropin) ist am stärksten vertreten. Desweiteren sind Apoatropin, Scopolamin uvm. enthalten. Nicht nur die Kirschen sind giftig, auch die Blätter, Sprossachsen und Wurzeln können tödliche Vergiftungen hervorrufen.

Die Giftigkeit hängt vom Standort ab. Für Kinder reichen ca. 5 Kirschen, bei Erwachsenen ggf. 10. Die Tollkirsche wird schnell mit der essbaren Kirsche verwechselt. Da sie ebenfalls süß schmeckt, bemerkt man auch nicht am Geschmack, dass man sie verwechselt hat. Auch Schildkröten werden den Unterschied nicht unbedingt bemerken. Daher gehört die Tollkirsche in keinen Schildkrötengarten.

Symptome: Nach dem Verzehr erweitern sich bei Mensch und Tier die Pupillen, der Puls und die Atmung beschleunigen sich, Unruhe setzt ein, die Temperatur steigt an und die Sehkraft lässt nach. Die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum werden trocken, was Schluckbeschwerden und Durst verursacht.
Zudem kann man bei Menschen, die die Tollkirsche auch als Droge verwenden, extreme Stimmungsschwankungen von Weinkrämpfen bis zum Tobsuchtsanfall beobachten. Bei einer starken Vergiftung kommt es zur Bewusstlosigkeit und ggf. zum Tod durch Atemstillstand.

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Autor: Anika Suski
Foto: Annett Werner
Quelle: www.germanturtleclub.com

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Giftpflanzen: Tollkirsche (Atropa)
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