Mein Haus, mein Auto, meine Yacht…

Im Dezember 2000 hatte ich mir einen Kindheitstraum erfüllt und zwei kleine Schildröten erworben. Als die ersten Frühjahrstemperaturen es zuließen, fing ich sogleich an zu werkeln. Da ich wusste, dass das  Gehege  mit  den  Krötchen  wachsen  sollte,  baute  ich zuerst  bewusst  klein.  Ich  war  richtig  stolz! Frau kann! Alles ganz alleine gemacht, sogar Erdkabel hatte ich gelegt:

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Mein Haus, mein Auto, meine Yacht…. …. mein Schildkrötenhaus!

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Das Außengehege hatte gerade einmal 1,5 qm, aber genau so passte es zu den beiden Mini-Krötchen!

Die Dinge  nahmen  ihren  Lauf.  Ich  bekam eine  dritte Schildkröte  und  stellte  erst  später  fest,  dass es sich  hierbei  um  eine  Hercegovinensis  und  keine  Boettgeri  handelte.  Nun  stand  ich  vor  der  Wahl: trennen  oder  abgeben?  Ich entschied  mich  für  die  Trennung  und  dafür,  beiden  Arten  eine eigene Gruppe  zusammenzustellen.

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Weitere  Tiere  von  mittlerweile  lieb  gewonnenen  Bekannten  kamen hinzu  und  das  Gehege  vergrößerte  sich  mit.  Diese  Aufnahme  datiert  auf  August  2002.

Mehr Tiere verlangen mehr Platz und so baute ich im Herbst 2005 zum dritten Mal um. Da ich nun Boettgeris und Hercis trennte, musste ich zwei Ein- und Ausgänge schaffen und zwei verschiedene Gehege einteilen. Jede Unterart sollte für sich ihre eigene Gruppe bekommen.

 

Wegen meiner Riesen-Hunde entschied ich mich für einen Riesen-Zaun.  Dies  muss mit Sicherheit
nicht jeder Schildkrötenhalter so handhaben. So richtig fertig war dieser Umbau erst im Mai 2006. Ich
handwerke gerne und habe fast alles alleine bewerkstelligt. Es hat auch ganz 6 Jahre so ausgereicht!  Es sind nun schon über 15 Jahre geworden, während derer ich die unterschiedlichen Gruppen aufgebaut und immer wieder Gehege vergrößert und umgebaut habe.

Immer noch bin ich genau so süchtig nach diesen Tieren wie am Anfang.

Es kam natürlich wie es kommen musste… Im Oktober 2012 kam die erste russische Schildkröte hinzu und prompt wurde das Gehege umgestaltet. Da meine Eltern ihren Gemüsegarten aufgaben (freiwillig!!), kam annähernd die gleiche Fläche noch einmal hinzu.

 

Vom Rhabarber bis hinter den Schnittlauch reicht das neue Gelände.

Wettertechnisch  haben  wir  ein  unpassendes  Frühjahr  2013  erwischt.  Die  Arbeiten  verzögern  sich durch den anhaltenden Regen immer wieder. Hier haben wir begonnen, den Zaun zu versetzen. Wie immer bei großen und komplizierten Sachen hilft mein Mann mit. Küsschen hierfür!

 

Wegen  der  Hunde  bleibt  natürlich  der  hohe  Zaun.  Am  03.05.  ist  der  Zaunbau  fertig,  es folgt wieder eine Schlecht-Wetter-Phase. Es ist zum verzweifeln. Man beachte den Rasen vor dem Gehege. Die Hunde haben die Wiese mit Hilfe des anhaltenden Regens in einen Acker verwandelt.

 

Das zweite Gewächshaus ist bestellt. Sobald es draußen trocken ist, wird ausgeschachtet. Wir haben beschlossen, dieses Haus nicht über einen Meter tief auszuschachten und von unten abzudichen wie das erste Kleinere. Stattdessen werden lediglich die Schlafkisten tief und dicht.

 

Ich grabe und pflanze im Außengehege herum. Die bestehenden Gehege sind zur Neubauseite hin nur notdürftig abgetrennt und warten auf die endgültige Einfassung. Pflanzen werden gekauft, Ableger gemopst und erbettelt, aus- und umgebuddelt und ich baue die große Schlafkiste. Zwischendurch werden Tunnel angelegt, Kalksplitt und etwas größere Kalksteine besorgt, mein Mann baut das Gewächshaus auf.

 

Geschafft! Die Tiere ziehen ein! Es ist noch etwas kahl, in diesem Jahr werde ich fleißig zufüttern.
Entstanden ist ein ganz neues Gehege für die Griechen, ein Babygehege für die ganz kleinen (siehe der
Sandkasten) und ein Gehege für die etwas größeren Abgabetiere. Die Russen ziehen um, für sie habe ich
das trockenste Stückchen Land ausgesucht. Bei den Hercis bleibt alles wie gehabt.

Lampen werden bestellt und Erdkabel vom alten Haus zum neuen verlegt. Die Boettgeris nehmen das
neue Innengehege mitsamt der neuen Kiste sofort bestens an. Leider gilt dies nicht für die Weibchen
und  den  neuen  Legehügel.  Die  beiden  legenden  Damen  tun  sich  sichtlich  schwer,  zu  guter  Letzt funktioniert es aber doch.

FERTIG!!!!

 

Fertig???

Ende  Juni 2013 bekomme  ich  eine  Fundschildkröte:  eine  THH!  Na  schön,  die  Art  habe  ich  ja  noch
nicht. Ende August steht fest: ich darf ihn behalten….

….  Natürlich beginne ich
auch hier, ihm eine eigene Gruppe aufzubauen. Damit bin ich bis heute beschäftigt.

Die einzelnen Gehege sehen in der Zwischenzeit so aus:

Italien


Kroatien


Griechenland


Russland

In 2016 wird das Babygehege mit einem seperaten Frühbeet aus dem großen Gehege ausgelagert. So haben die Italiener mehr Platz und die Babies ein eigenes exakt auf Mini-Bedürfnisse zurecht geschnittenes Zuhause.
… damit es nicht langweilig wird

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